Sanierung Wohnhaus Nowak

Auftraggeber:
privat

Leistungen:
LPH 1-8 HOAI
Bestandsaufnahme
EnEV-Berechnungen
Dampfdiffusionsberechnungen
Energiekonzept

Planung:
ab 09/1999

Realisierung:
03/2000 bis 10/2000

Daten:
Beheiztes Volumen 688 m³
Gebäudenutzfläche 220 m²

Energiestandard:
Niedrigenergiehaus
Primärenergiebedarf xx kWh/m²a
Heizwärmebedarf 53 kWh/m²a

Projektbeteiligte:
keine


 

Ausgangslage:

Das Siedlungshaus wurde in einer Ostallgäuer Gemeinde 1965 als eines von drei baugleichen Zweifamilienhäusern errichtet. Keller aus Stampfbeton, Außenwände Erd- und Obergeschoß aus 30 cm Bimssteinmauerwerk, Holzbalkendecken, Dachraum nicht ausgebaut, Verbundfenster, Einzelöfen. Irgendwann wurde zwar eine Öl-Zentralheizung eingebaut, doch ansonsten gab es in den vergangenen 43 Jahren keine Veränderungen. Inzwischen lebte der Vater der Bauherrn alleine in diesem Haus und es war absehbar, daß er aufgrund seines fortgeschrittenen Alters zum Pflegefall werden würde. Also entschieden die Erben mit in das Haus einzuziehen, d.h. neben der eigenen Hauptwohnung sollte es eine seniorengerechte und barrierefreie Wohnung für den Opa und für die erwachsene Tochter auch noch ein Zimmer mit einer eigenen Naßzelle geben.


Konzept:

Eine wegen des geforderten Raumprogramms notwendige Gebäudeerweiterung um eine Raumachse konnte wegen der Situierung des Gebäudes im Grundstück nur nach Osten erfolgen. Hierzu mußte allerdings die Firstrichtung des Daches geändert werden. Zusätzliche Kellerräume waren nicht vonnöten, sodaß der Erweiterungsbau in Holzbauweise auf Streifenfundamente aufgesetzt wurde. Die aus Kostengründen einschalig ausgeführten Außenwände sind „nur“ mit 18 cm Wärmedämmung und hinterlüfteter Holzschlung ausgeführt. Auch der Bestandsbau wurde mit 16 cm wärmegedämmt und mit derselben Holzschalung versehen. Durch die Erweiterung kam das ursprünglich an der Nordostecke gelegene Treppenhaus im Gebäudeinneren zu liegen und der Hauseingang mußte verlegt werden. Dies hatte den Vorteil, daß das Treppenhaus der Hauptwohnung, die sich über zwei Geschoße erstreckt, zugeschlagen werden konnte. Dadurch orientiert sich die Seniorenwohnung nach Westen und Süden. Der Wohnbereich der Hauptwohnung ist mit großen Verglasungen nach Osten in den anschließenden großen Garten ausgerichtet. Im Obergeschoß befinden sich ein großzügiges Schlafzimmer mit Bad ebenfalls mit großen (weil uneinsehbaren) Verglasungen nach Osten, ein Arbeits- sowie ein Gästezimmer und das Zimmer für die Tochter mit eigener Dusche. Die Decke zum nicht ausgebauten Dach wurde mit 20 cm Dämmstoffauflage versehen. Die Kellerdecke konnte wegen der geringen Raumhöhe nicht wärmegedämmt werden. Deswegen wurde der Keller ringsherum frei gelegt und bis zum Fundament hinunter gedämmt. In diesem Zuge konnten eine Feuchtigkeitsabdichtung aufgebracht und die Regenwasserleitungen neu verlegt werden. Da die Tankanlage gerade erst erneuert wurde entschieden die Bauherren lediglich den Ölkessel austauschen zu lassen. Der Einbau einer Solaranlage ist vorbereitet. Im Wohnbereich gibt es einen Stückholz-Kaminofen. Hauszugangsrampe, Terrassen und fest verankerte Sonnenschutzelemente aus verzinkten Gitterrosten vor den großen Verglasungen ergeben einen schönen Kontrast zur naturbelassenen Lächenholzschalung der Fassade. Die Giebel sind mit farbigen Holzwerkstoffplatten gestaltet. Der Carport rahmt die Hauseingangssituation ein und schottet den Privatgarten im Osten gegen neugierige Blicke ab.


Sonstiges:

Bemerkenswert, daß sowohl die Gestaltung als auch die energetische Konzeption auch noch die heutigen Ansprüche vollumfänglich erfüllen.

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