Sanierung Wohnhaus Geiuschberg

Auftraggeber:
privat

Leistungen:
LPH 1-8 HOAI
Bestandsaufnahme
EnEV-Berechnungen
Dampfdiffusionsberechnungen
Energiekonzept

Planung:
ab 05/2012

Realisierung:
06/2013 bis 2014

Daten:
Beheiztes Volumen 348,7 m³
Gebäudenutzfläche 111,6 m²

Energiestandard:
KfW Einzelmaßnahmen
Primärenergiebedarf 86,9 kWh/m²a
Heizwärmebedarf 51 kWh/m²a

Projektbeteiligte:
keine


 

Ausgangslage:

Bei diesem kleinen Einfamilienhaus aus den 20er Jahren stellte sich für den Eigentümer zunächst die Frage: verkaufen oder behalten und sanieren? Obwohl das Gebäude in den 70er Jahren nachträglich teilunterkellert sowie die Dacheindeckung und die Fenster erneuert wurden ist das Haus nach heutigen Maßstäben nur eingeschränkt bewohnbar bzw. dementsprechend schlecht zu veräußern – ohne Zentralheizung, veraltete Haustechnik, schlecht wärmegedämmt. Angesichts der Unsicherheiten am Finanzmarkt entschied sich der Eigentümer das Haus zu behalten, obwohl keineswegs fest steht, daß seine Tochter das Gebäude einst selbst bewohnen oder ob es vermietet wird.


Konzept:

So galt es, das zur Verfügung stehende Geld einerseits sparsam und andererseits doch so zu investieren, daß bei einer Eigennutzung lediglich „Ergänzungsinvestitionen“ anfallen. Fest steht, daß bei der Gebäudehülle nicht gespart werden darf. Also Wärmedämmung an der Fassade mit 26 cm, Dach mit 28 cm, Kellerdecke und Bodenplatte mit 6 bis 8 cm, wobei die eingesetzten Dämmstoffe unterschiedliche Dämmeigenschaften aufweisen. Die Fenster sind natürlich mit 3-fach-Verglasung ausgeführt wobei die Fensterfläche nach Süden vergrößert wurde – einerseits um einen Zugang zum Garten zu schaffen und andererseits um die passiven solaren Energiegewinne zu erhöhen. Nach einigem Hin und Her entschied sich der Bauherr angesichts der Tatsache, daß das Gebäude „nur“ vermietet wird und daß im Haus ein Erdgasanschluß vorhanden ist, zur Beheizung und Warmwasserbereitung eine einfache weil kostengünstige Gastherme einzusetzen. Der Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wird vorbereitet. Im Falle einer Eigennutzung könnte auch ein sog. Kompaktgerät, d.h. ein Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung und kleiner Wärmepumpe zur Warmwasserbereitung und Raumbeheizung zum Einsatz kommen. Der lehmige Baugrund wäre ideal dazu geeignet um die Wärmepumpe mit Wärme aus dem Erdreich zu versorgen. Ergänzend dazu kann der vorhandene Kamin zum Anschluß eines Holzofens genutzt werden. Damit wäre primärenergetisch betrachtet der Sprung zum Effizienzhaus 70 geschafft. Aber auch so wird das Haus sehr geringe Energiekosten haben. Das ist natürlich nicht alles entscheidend. Für eine zeitgemäße Nutzung ist ein großzügiger Wohnbereich Voraussetzung. Indem der schmale Flur nach beiden Seiten zu Küche/Essen und Wohnen geöffnet wurde ergibt sich ein nahezu über die gesamte Erdgeschoßfläche zusammenhängender Wohnbereich, der trotzdem über Schiebetüren ganz unterschiedlich genutzt werden kann. Im Dachgeschoß sind je nach Bedarf zwei oder drei Schlafzimmer möglich, denn das südliche Zimmer kann durch den Einbau einer mittigen Trennwand mit geringem Aufwand geteilt werden. In der bestehenden Gaupe über der Hauseingangstür entsteht im Dachgeschoß sogar noch ein schöner Arbeitsplatz mit Nachmittagssonne.


Sonstiges:

Mit relativ wenig finanziellen Mitteln ein Haus im Familienbesitz zu erhalten, Eigenleistung zu ermöglichen und vor allem Spielraum für zukünftige technische Entwicklungen zu gewährleisten – das sind die großen Herausforderungen bei diesem kleinen Bauvorhaben.


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