Sanierung Villa Stolz

Auftraggeber:
privat

Leistungen:
LPH 1-4 HOAI
Bestandsaufnahme
EnEV-Berechnungen
Dampfdiffusionsberechnungen
Energiekonzept

Planung:
ab 06/2004

Realisierung:
2005

Daten:
Beheiztes Volumen xxx m³
Gebäudenutzfläche xxx m²

Energiestandard:
Niedrigenergiehaus
Primärenergiebedarf xx kWh/m²a
Heizwärmebedarf xx kWh/m²a

Projektbeteiligte:
keine


 

Ausgangslage:

Diese herrschaftliche Gebäude wurde 1914 als eine der ersten Villen im Kemptener Nobel-Wohngebiet Haubenschloß errichtet. Der Keller wurde in Stampfbeton, die Kellerdecke in Stahlbeton und die darüber liegenden Geschoße in Ziegelmauerwerk mit Holzbalkendecken errichtet. Die alten Kastenfenster und die Haustür waren noch im Original erhalten, aber z.T. in schlechtem Zustand. Im Dachgeschoß sind lediglich zwei Kammern für Dienstpersonal eingebaut. Die Plumpsklos auf den beiden Wohnebenen wurden zunächst durch eine Bademöglichkeit in der Waschküche im Keller und später durch ein Bad im Obergeschoß ersetzt. Die Einzelöfen wurden in den 70er Jahren durch eine Nachtspeicherheizung abgelöst. In den letzten Jahren wurde das Gebäude nicht mehr bewohnt.


Konzept:

Nun sollte das Haus wieder von zwei Generationen genutzt werden, die Eltern im Erdgeschoß und die Kinder im Ober- und Dachgeschoß. Das Erdgeschoß sollte um einen großzügigen Wohnbereich erweitert werden ohne die historische Raumstruktur großartig zu beeinträchtigen. Auch die Jugend stellte sich einen weitläufigen Wohnbereich vor, der im Dachraum untergebracht werden sollte. Weitere Vorgaben waren die Erhaltung des stilvollen Erscheinungsbildes sowohl der Fassade als auch der Innenräume sowie der Einbau einer Holzpelletsheizung. Daher wurde der Wohnraumanbau im Garten bewußt als moderne Holzbox auf einem zurückgesetzten Sockelgeschoß geplant. Eine vorgelagerte integrierte Terrasse mit Lamellen-Schiebeläden sollte den Wohnbereich hinter der komplett verglasten Westseite vor Überhitzung schützen. Auf dem Flachdach ist eine großzügige Terrasse für die obere Wohnung möglich. Die zum Dachgeschoßausbau notwendige zusätzliche Belichtung wird ebenfalls über einen modernen, sich vom Altbau absetzenden Dachaufbau mit Austritt auf einen Balkon erreicht. Unumgänglich war eine Fassadendämmung mit ca. 16 cm Dicke, wobei die Fassadengliederung in der Dämmung nachgebildet werden sollte. Die Kastenfenster sollten aufgrund mangelnden Unterhalts gegen eine neue Konstruktion mit einem inneren 2-fach verglasten Flügel ausgetauscht werden. Nachdem zum Ausbau des Dachraumes ohnehin ein Unterdach aufgebracht werden mußte, wurden hier 20 cm Wärmedämmung zwischen und unter den Sparren vorgesehen. Die Kellerdecke sollte mit 8 cm wärmegedämmt werden. Nachdem der Keller etwas feucht war, sollte das Pelletslager im Sockel der Wohnraumerweiterung Platz finden. Das Konzept sah eine ca. 20 m² große Solaranlage mit einem 2000 Liter großen Pufferspeicher vor. Damit sollte die sommerliche Warmwasserbereitung abgedeckt und eine gewisse Heizungsunterstützung in den Übergangszeiten gewährleistet werden. Zur besseren Ausnutzung der solaren Erträge wurden Wand- und Deckenstrahlheizflächen vorgesehen. Abgerundet wird die Sanierung und Erweiterung durch einen modernen Carport mit Gartengerätehaus auf der Straßenseite.


Sonstiges:

Leider wurde die Realisierung einem anderen Büro übertragen, das unser Konzept nicht in der geplanten Konsequenz umsetzen konnte. Ansonsten wäre es ein schönes Beispiel für die Kombination von Alt und Neu gewesen. Aus unseren Berechnungen ging hervor, daß selbst bei diesem moderaten Dämmstandard die Lüftungswärmeverluste die Transmissionswärmeverluste durch die Gebäudehülle bei weitem übersteigt. Dies bedeutet, daß bereits auch bei solchen Gebäuden der Einbau einer Lüftungsanlage mit 80 % Wärmerückgewinnung im Hinblick auf die mögliche Energieeinsparung unbedingt sinnvoll ist.

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