Sanierung Brieger

Auftraggeber:
privat

Leistungen:
Bestandsaufnahme
EnEV-Berechnungen
Dampfdiffusionsberechnungen
Energiekonzept

Planung:
ab 04/2012

Realisierung:
demnächst

Daten:
Beheiztes Volumen 1050 m³
Gebäudenutzfläche 336 m²

Energiestandard:
Noch nicht festgelegt
Primärenergiebedarf 136,8 kWh/m²a Bestand
Heizenergiebedarf 93,4 kWh/m²a Bestand

Projektbeteiligte:
keine


 

Ausgangslage:

Das großzügige Wohnhaus mit seiner Hauptwohnung im Ober- und Dachgeschoß und einer Einliegerwohnung im Erdgeschoß wurde 1935 errichtet und 1992 um einen Anbau nach Süden erweitert. Aus diesem Anlaß wurde damals auch das Dach des Hauptgebäudes mit 12 cm Mineralfaser gedämmt. 5 Jahre später wurde das Erdgeschoß mit 5 cm Wärmedämmverbundsystem versehen. Zuletzt wurde im Jahr 2008 anläßlich der Umgestaltung des Anbaus dieser mit 16 cm Wärmedämmung versehen. Nun stehen eine Sanierung oder Erneuerung der Schindelfassade, die Erneuerung der Fenster, die Erneuerung der Heizungsanlage und eine Kellerdeckendämmung zur Ausführung an.

Konzept:

Bei diesem Gebäude wurden in den letzten Jahren zwar einige energetische Verbesserungen, allerdings nicht sehr weitreichend. Schwierig ist auch die Frage zu beantworten, was mit der für die Entstehungszeit typischen Schindelfassade geschehen soll. Nachdem sich die dahinter liegenden Wohnräume in einem sehr gepflegten Ausbauzustand befinden (also scheidet eine Innendämmung aus) und die Schindeln stellenweise ohnehin ausgetauscht werden müßten, steht die Schindelfassade samt der Fenster zur Disposition. Die vermutlich mit Ziegel ausgemauerte ca. 12 bis 14 cm dicke Fachwerk-Außenwand im Ober- und Dachgeschoß weist neben den alten Kastenfenstern den höchsten Wärmedurchgang auf, sodaß es sich angesichts der anstehenden Sowieso-Sanierung wirtschaftlich lohnen wird hier hinter einer neuen Fassadenverkleidung gut zu dämmen und neue 3-fach verglaste Fenster einzubauen. Auch das Wärmedämmverbundsystem im Erdgeschoß sollte bei dieser Gelegenheit aufgedoppelt werden. Im Zuge diese Fassadenertüchtigungsmaßnahmen kann die Schindelfassaade mit dem Ostbalkon etwas zurückhaltender und weniger wuchtig gestaltet werden. Vorstellbar ist natürlich auch eine moderne Fassadengestaltung mit Holz, Holzwerkstoff- oder Fassadenplatten. Durch die Reduzierung der Heizenergieverluste kann die augenblicklich sehr hohe Vorlauftemperatur auf hygienisch vertretbare Oberflächentemperaturen an Rohren und Heizkörpern reduziert werden. Nach dem Anbringen einer Kellerdeckendämmung soll auch der Gaskessel gegen ein neues Wärmeerzeugungssystem ausgetauscht werden. Ob hier eine Kraft-Wärme-Kopplung wirtschaftlicher ist oder ein Pelletskessel muß noch überprüft werden.


Sonstiges:

Bei solch teilsanierten und besonders gestalteten Gebäuden werden Bauherr und Architekt besonders herausgefordert. Zum einen wollen wir die Gebäude unserer Altvorderen, die diese seinerzeit mit einem gewissen Gestaltungsanspruch errichtet haben nicht einfach mit Wärmedämmung einpacken und damit verunstalten. Und zum anderen muß die Frage beantwortet werden, ob ein 20 Jahre altes Fenster bereits erneut ausgetauscht und eine vorhandene geringe Wärmedämmschicht verstärkt werden muß. Die technisch-wirtschaftlichen Fragen lassen sich über Wirtschaftlichkeitsberechnungen zumeist eindeutig beantworten. Gestaltungsfragen sind hingegen Geschmackssache.


    Entwurf Fassade WestEntwurf Fassade SüdAnsicht von OstenAnsicht von SüdwestenAnsicht von SüpostenBalkon Osten