Wohnhaus Limmer

Auftraggeber:
privat

Leistungen:
LPH 1-9 HOAI
EnEV- und PHPP-Berechnungen
Dampfdiffusionsberechnungen
Energiekonzept

Planung:
Planung 2004

Realisierung:
05/2005 bis 10/2005

Daten:
Beheiztes Volumen 598 m³
Gebäudenutzfläche 164 m²

Energiestandard:
3-Liter-Haus
Primärenergiebedarf 30,6 kWh/m²a
Heizwärmebedarf 26,0 kWh/m²a

Projektbeteiligte:
keine

 

Ausgangslage:

Die Ausgangslage läßt sich wie folgt beschreiben: „6-köpfige Familie mit sehr knappem finanziellen Budget möchte energieoptimiertes Holzhaus mit hohem gestalterischen Anspruch.“ Auf der verzweifelten Suche nach einem passenden Grundstück sah sich die Bauherrenfamilie auch bebaute Grundstücke an. Darunter war am südwestlichen Ortsrand eines Weilers bei Lindau auch ein Wohnhaus auf einem relativ großen Grundstück einer ehemaligen Gärtnerei. Gleich bei der ersten Besichtigung war klar, daß dieses Grundstück groß genug für zwei Häuser ist. Und wie es der Zufall wollte, fand sich auch sehr schnell eine Familie, die das alte renovierungsbedürftige Haus wollte, sich aber ein solch großes Grundstück nicht leisten konnte.


Konzept:

Mit der Langseite vollkommen nach Süden orientiert ergab sich eine perfekte Orientierung der Aufenthaltsräume im Erdgeschoß nach Südwesten – hin zur freien Landschaft mit Wiesen und Obstgärten. Küche, Eßplatz und Wohnbereich sind über Eck angeordnet, sodaß sich vom Eingangsflur aus Zugänge in Küche und Wohnzimmer ergaben. Im Erdgeschoß ist ferner das Elternschlafzimmer samt eigenem Bad untergebracht. Die geradläufige Treppe ins Obergeschoß ließe sich bei Bedarf einhausen, sodaß zwei voneinander getrennte Wohneinheiten entstehen. Vorerst aber ist im Obergeschoß Platz für 4 Kinderzimmer, ein Gästezimmer ein Bad und ein separates WC. Anhand dieser Beschreibung müßte man davon ausgehen, daß es sich hierbei um ein richtig großes Haus handelt. Dem ist aber nicht so, denn 164 m² sind angesichts dieser großen Anzahl von Räumen nicht üppig. Die nach Süden orientierten Schlafräume sind sogar noch mit Galerien für Schlafplätze oder als Stauraum ausgestattet. Auch bei diesem Haus wurde aus Kostengründen auf einen Keller verzichtet. Der Erdgeschoßboden in Form einer wärmegedämmten Balkenlage ruht auf 3 Streifenfundamenten. Darüber erhebt sich dann der 2-geschoßige Holzbau. Aus Kostengründen wurde auf eine Installtionsebene verzichtet, ebenso auf einen Fußbodenaufbau auf der Brettstapeldecke. Nicht gespart wurde aber bei der Wärmedämmung der Gebäudehülle und bei den 3-fach verglasten Fenstern. So kam auch hier das klassische Passivhaus-Kompaktgerät mit hocheffizienter Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und Mini-Wärmepumpe zur Warmwasserbereitung zum Einsatz. Im Wohnraum gibt es zusätzlich einen Holzpellets-Kaminofen, der 20 % seiner Wärme an den Raum abgibt und 80 % an den Warmwasserspeicher. Auf Heizflächen wurde in den übrigen Räumen allerdings verzichtet. Über die Lüftungsanlage wird in diesem Fall die Wärme gleichmäßig auf die verschiedenen Räume verteilt. Der Einbau einer Solaranlage wurde vorbereitet.

Sonstiges:
Die Bauherrenfamilie konnte nicht viel an Eigenleistung erbringen – umso wichtig war es die prognostizierten Baukosten einzuhalten. Nach eigener Aussage der Bauherren gleicht das Haus einem wahren Raumwunder, zumal es von außen eher klein erscheint.

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