Van der Velde

Auftraggeber:
privat

Leistungen:
LPH 1-9 HOAI
EnEV- und PHPP-Berechnungen
Dampfdiffusionsberechnungen
Energiekonzept

Planung:
Planung 2006/07

Realisierung:
06/2007 bis 12/2007

Daten:
Beheiztes Volumen 615 m³
Gebäudenutzfläche 149 m²

Energiestandard:
3-Liter-Haus
Primärenergiebedarf xxx kWh/m²a
Heizwärmebedarf 29,0 kWh/m²a

Projektbeteiligte:
keine


 

Ausgangslage:
Die zunehmende Pflegebedürftigkeit der Mutter war der Grund dafür, daß das Bauherrenehepaar aus dem Ausland in die Allgäuer Kreisstadt zurückkehren wollte. Doch wo sollten sie wohnen – in einer Miet- oder Eigentumswohnung? Angesichts der Tatsache, daß sie bisher in ihren eigenen vier Wänden gelebt hatten schier unvorstellbar. Und auch die Möglichkeit, bei Bedarf die pflegebedürftige Mutter in die eigene Wohnung aufzunehmen ist bei 08/15-Bauträgerobjekten kaum gegeben. Also dann bleibt nur selbst zu bauen.


Konzept:
Ein Grundstück am Stadtrand, angrenzend an Wiesen und Wälder, das Stadtzentrum aber doch fußläufig erreichbar – das ist doch der Traum vieler Bauherren. Und noch dazu in sonniger Lage, was dem Wunsch nach einem Haus in Richtung Passivhausstandard zuträglich ist! Nachdem die Bauherren selbst schon im Ruhestand sind, sollten die Folgekosten ihres Wunschhauses kalkulierbar niedrig bleiben. Also galt es, die Energiekosten niedrig zu halten. Aufgrund des nach Westen abfallenden Grundstücks wurde ein Keller schier gar unumgänglich. Das kam den Wünschen der Bauherrschaft sogar entgegen, denn so konnte hier ein temporär nutzbarer Übungs- und Gymnastikraum entstehen, der im Winter nicht zwingend beheizt werden muß. Darüber erhebt sich dann ein mehr oder weniger klassisches 2-Familien-Wohnhaus mit abgeschlossenem Treppenhaus, Wohnküche, Wohnbereich, Schlafzimmer und Naßzellenbereich sowie Technik- bzw. Abstellraum. Auch dieses Haus sollte in hoch wärmegedämmter Holzbauweise entstehen. Holz aus Allgäuer Wäldern, natürliche, wohngesunde Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, Wand- und Dachschrägenverkleidungen aus Lehmbauplatten und Lehmputz, unbehandelte Holzoberflächen bei der Brettstapeldecke und den 3-fach verglasten Lärchenholzfenstern schaffen ein unvergleichliches Raumklima. Die Baustoffe Holz und Lehm können nämlich am meisten Feuchtigkeit aufnehmen, speichern und zeitverzögert wieder an den Raum abgeben. Die Luft ist also niemals zu feucht oder zu trocken. Beheizt wird das Haus über ein Passivhaus-Kompaktgerät mit Erdreichwärmetauscher, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und Mini-Wärmepumpe zur Warmwasserbereitung und Beheizung. In den einzelnen Räumen gibt es je nach Bedarf ein paar m² Flächenstrahlheizung. Eine zusätzliche Heizquelle gibt es nicht, zumal über die großen Fenstertüren nach Süden und Westen während der Heizperiode auch an kalten, sonnigen Wintertagen mehr Wärme ins Haus gelangt als zum Heizen benötigt wird. An seine Grenzen kommt solch eine Anlage nur dann, wenn es über mehrere Wochen hinweg keinen Sonnenschein gibt. Dann ist entscheidend, ob die Erdreichwärmetauscher ausreichend groß dimensioniert sind. Die vielen großen Fenstertüren und die sonnige Ortsrandlage verleiten dazu im Sommer alle Fenster und Türen zu öffnen. Das ist selbstverständlich auch bei einem Haus mit Passivhaustechnik möglich, denn die Bewohner können die Lüftungsanlage außerhalb der Heizperiode natürlich ganz ausschalten.


Sonstiges:
Die Bewohner sind mit ihrem Haus rundum zufrieden. Bereits während der Bauzeit als der Bauherr den ganzen Winter über beim Innenausbau viel Eigenleistung erbrachte war das Haus ohne Inbetriebnahme der Haustechnik angenehm „warm“ – allein durch die „Abwärme“ von Beleuchtung, Maschinen und Menschen.

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